Falsche Sorte, falsche Menge, Pumpe nicht bestellt: Was ein sauberer Betonabruf enthalten muss und wie Sie ihn bis zur Annahme nachweisen.

Beton lässt sich nicht zurückschicken. Steht der Fahrmischer mit der falschen Expositionsklasse an der Baustelle, bleiben zwei Möglichkeiten: einbauen und auf das Beste hoffen, oder abweisen und den Betoniertag verlieren. Die Kolonne steht, die Pumpe ist bestellt, der Nachunternehmer für die Bewehrungsabnahme ist wieder abgefahren. Fast immer beginnt der Fehler nicht im Werk, sondern beim Abruf am Telefon.
Transportbeton ist eines der wenigen Produkte am Bau, das nach der Bestellung nur noch begrenzt korrigierbar ist. Gerade deshalb lohnt es sich, den Abruf so sauber zu machen wie jede andere Bestellung.
Bei Schrauben kostet eine Falschlieferung einen Rücktransport. Bei Beton kostet sie einen Betoniertag.
Der Rahmen steht meist: Mit dem Transportbetonwerk gibt es einen Rahmenvertrag oder ein Angebot mit Sortenliste und Preisen für das Projekt. Der eigentliche Abruf läuft dann am Vortag oder frühmorgens per Telefon. Der Polier ruft im Werk an, nennt Sorte, Menge und Uhrzeit, das Werk notiert. Eine schriftliche Bestätigung gibt es selten.
Das funktioniert erstaunlich oft. Wenn es nicht funktioniert, gibt es aber keinen Beleg, wer was gesagt hat. Typische Fehler:
Jeder dieser Fehler kostet Zeit auf der Baustelle. Manche kosten zusätzlich Qualität, wenn der Beton trotz Abweichung eingebaut wird.
Ein Betonabruf ist eine Bestellung und sollte die gleichen Informationen enthalten, die später auf dem Lieferschein stehen. Bewährt hat sich diese Checkliste:
Wichtig ist der letzte Punkt. Wird nur „C25/30, F3, 16er Korn“ genannt, ist für die spätere Rechnungsprüfung offen, welcher Preis gilt. Mit der Sortennummer aus dem Vertrag ist die Zuordnung eindeutig. Wie Rahmenverträge im Bau insgesamt Margen sichern, lesen Sie in unserem Beitrag Rahmenverträge im Bau: Wie zentrale Beschaffung Margen rettet.
Der wichtigste Schritt kostet zwei Minuten: Lassen Sie sich den Abruf schriftlich bestätigen, per Mail, Fax oder über ein Portal des Werks. Viele Werke bieten das an, es wird nur selten eingefordert. Mit der Bestätigung lässt sich ein Fehler noch am Vortag erkennen und nicht erst, wenn der erste Fahrmischer vor der Schalung steht.
Wer den Abruf zusätzlich als Bestellung im eigenen System erfasst, hat drei Vorteile. Die Bestellung ist der Baustelle und Kostenstelle zugeordnet. Der Lieferschein lässt sich später gegen die Bestellung prüfen. Und die Rechnung des Werks findet ihre Bestellposition, statt als Sammelposition „Beton lt. Lieferscheinen“ durchgewunken zu werden. Was eine manuell erfasste Bestellung im Vergleich kostet, zeigt der Artikel Was eine händische Bestellung im Bau kostet.
Der zweite Kontrollpunkt liegt an der Baustelle. Nach DIN 1045-3 sind die Angaben auf dem Lieferschein vor dem Entladen zu prüfen. Der Polier oder die verantwortliche Person gleicht also die Sorte auf dem Lieferschein mit dem Abruf und den Anforderungen des Bauteils ab, bevor der erste Kubikmeter fließt.
In der Praxis heißt das: Lieferschein in die Hand nehmen, Festigkeitsklasse, Expositionsklasse, Konsistenz und Menge vergleichen, Uhrzeit der Beladung prüfen. Weicht etwas ab, wird nicht entladen, sondern das Werk angerufen. Nachträglich Wasser zugeben, um die Konsistenz zu „korrigieren“, ist auf der Baustelle unzulässig und verändert die Betoneigenschaften.
Der unterschriebene Lieferschein ist danach der Mengenbeleg für die Rechnungsprüfung. Geht er verloren, fehlt der Nachweis. Warum das teuer wird, beschreibt unser Beitrag Falschlieferungen am Bau früh erkennen.
Viele Fehler beim Betonieren entstehen, weil Zuständigkeiten unklar sind. Der Bauleiter hat die Sorte festgelegt, der Polier ruft ab, der Maschinist nimmt den Lieferschein entgegen, und unterschreiben tut, wer gerade in der Nähe steht. Jede Übergabe ist eine Stelle, an der Informationen verloren gehen.
Legen Sie deshalb für jeden Betoniertag eine verantwortliche Person fest, die den Abruf kennt und die Lieferscheine prüft. Diese Person hat den Abruf mit der Bestätigung des Werks griffbereit, am besten auf dem Smartphone, und gleicht jeden Fahrmischer damit ab. Bei größeren Betonagen mit mehreren Bauteilen und Sorten lohnt sich eine kurze Liste, welches Bauteil welche Sorte bekommt.
Das klingt nach zusätzlichem Aufwand. Verglichen mit einem abgewiesenen Fahrmischer, einer stehenden Kolonne und einer Diskussion mit dem Werk über die Kosten der Rücknahme ist es der günstigste Teil des Tages.
Am Ende eines Betoniertags bleibt fast immer etwas übrig: ein halber Kubikmeter im letzten Fahrmischer, eine Nachlieferung, die nicht mehr gebraucht wurde. Diese Mengen tauchen später auf der Rechnung auf, teilweise mit Entsorgungs- oder Wartezeitzuschlägen.
Notieren Sie Restmengen deshalb direkt auf dem Lieferschein oder im Bautagebuch, mit Uhrzeit und Grund. Gleiches gilt für Wartezeiten der Fahrmischer und der Pumpe. Nur dann lässt sich bei der Rechnung nachvollziehen, ob ein Zuschlag berechtigt ist.
Je mehr dieser Schritte digital zusammenlaufen, desto einfacher wird die Prüfung am Monatsende. In CATHAGO lassen sich Abrufe gegen den Rahmenvertrag als Bestellung erfassen, Lieferscheine auf der Baustelle mobil aufnehmen und die Werksrechnung automatisch gegen beides abgleichen. Die Kolonne betoniert, die Belege sind trotzdem vollständig: Unsere Kunden erreichen 99,9 % digitale Lieferdaten.
Nehmen Sie die Checkliste mit auf die nächste Baustelle. Wenn Sie sehen möchten, wie Abruf, Lieferschein und Rechnung in einem Ablauf zusammenkommen, zeigen wir Ihnen das gern in einer kurzen Demo.
Beton lässt sich nicht zurückschicken. Steht der Fahrmischer mit der falschen Expositionsklasse an der Baustelle, bleiben zwei Möglichkeiten: einbauen und auf das Beste hoffen, oder abweisen und den Betoniertag verlieren. Die Kolonne steht, die Pumpe ist bestellt, der Nachunternehmer für die Bewehrungsabnahme ist wieder abgefahren. Fast immer beginnt der Fehler nicht im Werk, sondern beim Abruf am Telefon.
Transportbeton ist eines der wenigen Produkte am Bau, das nach der Bestellung nur noch begrenzt korrigierbar ist. Gerade deshalb lohnt es sich, den Abruf so sauber zu machen wie jede andere Bestellung.
Bei Schrauben kostet eine Falschlieferung einen Rücktransport. Bei Beton kostet sie einen Betoniertag.
Der Rahmen steht meist: Mit dem Transportbetonwerk gibt es einen Rahmenvertrag oder ein Angebot mit Sortenliste und Preisen für das Projekt. Der eigentliche Abruf läuft dann am Vortag oder frühmorgens per Telefon. Der Polier ruft im Werk an, nennt Sorte, Menge und Uhrzeit, das Werk notiert. Eine schriftliche Bestätigung gibt es selten.
Das funktioniert erstaunlich oft. Wenn es nicht funktioniert, gibt es aber keinen Beleg, wer was gesagt hat. Typische Fehler:
Jeder dieser Fehler kostet Zeit auf der Baustelle. Manche kosten zusätzlich Qualität, wenn der Beton trotz Abweichung eingebaut wird.
Ein Betonabruf ist eine Bestellung und sollte die gleichen Informationen enthalten, die später auf dem Lieferschein stehen. Bewährt hat sich diese Checkliste:
Wichtig ist der letzte Punkt. Wird nur „C25/30, F3, 16er Korn“ genannt, ist für die spätere Rechnungsprüfung offen, welcher Preis gilt. Mit der Sortennummer aus dem Vertrag ist die Zuordnung eindeutig. Wie Rahmenverträge im Bau insgesamt Margen sichern, lesen Sie in unserem Beitrag Rahmenverträge im Bau: Wie zentrale Beschaffung Margen rettet.
Der wichtigste Schritt kostet zwei Minuten: Lassen Sie sich den Abruf schriftlich bestätigen, per Mail, Fax oder über ein Portal des Werks. Viele Werke bieten das an, es wird nur selten eingefordert. Mit der Bestätigung lässt sich ein Fehler noch am Vortag erkennen und nicht erst, wenn der erste Fahrmischer vor der Schalung steht.
Wer den Abruf zusätzlich als Bestellung im eigenen System erfasst, hat drei Vorteile. Die Bestellung ist der Baustelle und Kostenstelle zugeordnet. Der Lieferschein lässt sich später gegen die Bestellung prüfen. Und die Rechnung des Werks findet ihre Bestellposition, statt als Sammelposition „Beton lt. Lieferscheinen“ durchgewunken zu werden. Was eine manuell erfasste Bestellung im Vergleich kostet, zeigt der Artikel Was eine händische Bestellung im Bau kostet.
Der zweite Kontrollpunkt liegt an der Baustelle. Nach DIN 1045-3 sind die Angaben auf dem Lieferschein vor dem Entladen zu prüfen. Der Polier oder die verantwortliche Person gleicht also die Sorte auf dem Lieferschein mit dem Abruf und den Anforderungen des Bauteils ab, bevor der erste Kubikmeter fließt.
In der Praxis heißt das: Lieferschein in die Hand nehmen, Festigkeitsklasse, Expositionsklasse, Konsistenz und Menge vergleichen, Uhrzeit der Beladung prüfen. Weicht etwas ab, wird nicht entladen, sondern das Werk angerufen. Nachträglich Wasser zugeben, um die Konsistenz zu „korrigieren“, ist auf der Baustelle unzulässig und verändert die Betoneigenschaften.
Der unterschriebene Lieferschein ist danach der Mengenbeleg für die Rechnungsprüfung. Geht er verloren, fehlt der Nachweis. Warum das teuer wird, beschreibt unser Beitrag Falschlieferungen am Bau früh erkennen.
Viele Fehler beim Betonieren entstehen, weil Zuständigkeiten unklar sind. Der Bauleiter hat die Sorte festgelegt, der Polier ruft ab, der Maschinist nimmt den Lieferschein entgegen, und unterschreiben tut, wer gerade in der Nähe steht. Jede Übergabe ist eine Stelle, an der Informationen verloren gehen.
Legen Sie deshalb für jeden Betoniertag eine verantwortliche Person fest, die den Abruf kennt und die Lieferscheine prüft. Diese Person hat den Abruf mit der Bestätigung des Werks griffbereit, am besten auf dem Smartphone, und gleicht jeden Fahrmischer damit ab. Bei größeren Betonagen mit mehreren Bauteilen und Sorten lohnt sich eine kurze Liste, welches Bauteil welche Sorte bekommt.
Das klingt nach zusätzlichem Aufwand. Verglichen mit einem abgewiesenen Fahrmischer, einer stehenden Kolonne und einer Diskussion mit dem Werk über die Kosten der Rücknahme ist es der günstigste Teil des Tages.
Am Ende eines Betoniertags bleibt fast immer etwas übrig: ein halber Kubikmeter im letzten Fahrmischer, eine Nachlieferung, die nicht mehr gebraucht wurde. Diese Mengen tauchen später auf der Rechnung auf, teilweise mit Entsorgungs- oder Wartezeitzuschlägen.
Notieren Sie Restmengen deshalb direkt auf dem Lieferschein oder im Bautagebuch, mit Uhrzeit und Grund. Gleiches gilt für Wartezeiten der Fahrmischer und der Pumpe. Nur dann lässt sich bei der Rechnung nachvollziehen, ob ein Zuschlag berechtigt ist.
Je mehr dieser Schritte digital zusammenlaufen, desto einfacher wird die Prüfung am Monatsende. In CATHAGO lassen sich Abrufe gegen den Rahmenvertrag als Bestellung erfassen, Lieferscheine auf der Baustelle mobil aufnehmen und die Werksrechnung automatisch gegen beides abgleichen. Die Kolonne betoniert, die Belege sind trotzdem vollständig: Unsere Kunden erreichen 99,9 % digitale Lieferdaten.
Nehmen Sie die Checkliste mit auf die nächste Baustelle. Wenn Sie sehen möchten, wie Abruf, Lieferschein und Rechnung in einem Ablauf zusammenkommen, zeigen wir Ihnen das gern in einer kurzen Demo.