Bauhof oder Direktlieferung? Welche Artikel sich zu lagern lohnen und wann Lieferpauschalen, Fahrten und Kapitalbindung für die Baustelle sprechen.

Der Polier braucht zwei Kartons Dübel und fährt dafür 35 Minuten zum Bauhof und zurück. Am selben Tag liegen dort 400 Meter Kabelkanal, die seit dem letzten Projekt niemand angefasst hat. Beides kostet Geld, und beides taucht in keiner Kalkulation auf.
In vielen Bauunternehmen ist der Bauhof über Jahrzehnte gewachsen. Was dort liegt, folgt selten einer klaren Regel, sondern der Gewohnheit: Das hatten wir immer da. Gleichzeitig wird anderes Material direkt auf die Baustelle bestellt, obwohl es ständig gebraucht wird und im Lager günstiger wäre.
In diesem Beitrag geben wir Ihnen eine Entscheidungshilfe an die Hand: Welche Artikel gehören ins Lager, welche gehen direkt auf die Baustelle, und welche Kosten sollten Sie gegeneinander abwägen?
Die Kosten eines Lagers sind leicht zu unterschätzen, weil sie verteilt anfallen. Miete oder Abschreibung für Fläche und Halle, Personal für Ausgabe und Ordnung, Versicherung, Schwund und Verfall sind die offensichtlichen Posten. Dazu kommt das Kapital, das im Bestand gebunden ist und an anderer Stelle fehlt.
Weniger sichtbar sind die Fahrten. Jede Fahrt vom Baustellenteam zum Bauhof kostet Arbeitszeit und Fahrzeugkosten. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Zwei Mitarbeiter fahren dreimal pro Woche jeweils 35 Minuten zum Bauhof und zurück. Das sind rund dreieinhalb Stunden Arbeitszeit pro Woche und Baustelle, in denen nicht gebaut wird. Über eine Bauzeit von mehreren Monaten summiert sich das deutlich.
Auf der anderen Seite hat auch die Direktlieferung ihren Preis. Lieferpauschalen, Mindermengenzuschläge und Frachtkosten fallen bei kleinen Bestellungen stark ins Gewicht. Wie Sie diese Positionen auf der Rechnung prüfen, lesen Sie im Beitrag Frachtkosten und Zuschläge bei Baustofflieferungen prüfen.
Wenn wir mit Einkaufsleitern über ihren Bauhof sprechen, hören wir immer wieder dieselben Punkte:
Ein Bauhof ohne Regel ist kein Lager, sondern ein Zwischenspeicher für Material, das niemand mehr zuordnen kann.
Die einfachste Regel für die Frage „Lager oder Direktlieferung" ergibt sich aus zwei Merkmalen: Wie oft wird ein Artikel gebraucht, und wie viel ist er wert?
Diese Regel ist ein Startpunkt, kein Dogma. Entscheidend ist, dass sie im Betrieb bekannt ist und gelebt wird. Dann bestellt der Bauleiter nicht mehr nach Bauchgefühl, sondern weiß, was er aus dem Lager holt und was er direkt bestellt.
Ob sich die Lagerung eines bestimmten Artikels lohnt, lässt sich mit einem einfachen Vergleich prüfen. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Ein Bauunternehmen verbraucht pro Monat eine größere Menge eines Standarddübels, verteilt auf mehrere Baustellen.
Variante A, Direktlieferung: Jede Baustelle bestellt bei Bedarf selbst. Es entstehen viele kleine Bestellungen, für jede fällt eine Lieferpauschale oder ein Mindermengenzuschlag an. Dazu kommt der Aufwand für Bestellung, Lieferschein und Rechnung, jeweils pro Vorgang.
Variante B, Lager: Der Einkauf bestellt einmal im Monat eine größere Menge zu besseren Konditionen. Die Baustellen holen den Artikel aus dem Bauhof oder bekommen ihn mit der nächsten Tour. Dafür bindet der Bestand Kapital und Platz, und die Ausgabe muss gebucht werden.
Rechnen Sie beide Varianten mit Ihren eigenen Zahlen durch: Lieferpauschalen und Zuschläge laut Rechnung, Fahrtzeiten laut Bauleitung, Lagerkosten laut Buchhaltung. Das Ergebnis ist oft eindeutiger, als man denkt, und es fällt je nach Artikel unterschiedlich aus.
Ziehen Sie die Bestellungen der letzten zwölf Monate und sortieren Sie die Artikel nach Häufigkeit und Wert. Die Artikel, die oft und in kleinen Mengen bestellt werden, sind Kandidaten fürs Lager. Die übrigen gehen direkt.
Legen Sie für die Lagerartikel Mindestbestände fest. Wird der Mindestbestand erreicht, wird nachbestellt, und zwar gebündelt und nicht einzeln. Das senkt die Lieferkosten und sorgt dafür, dass die Standardartikel da sind, wenn sie gebraucht werden.
Material, das von der Baustelle zurückkommt, wird erfasst und der Baustelle gutgeschrieben. So stimmen die Kosten pro Projekt, und der Bestand im Bauhof ist bekannt.
Was länger als ein Jahr nicht bewegt wurde, gehört auf eine Liste. Prüfen Sie, ob der Artikel auf einer laufenden Baustelle eingesetzt, an den Lieferanten zurückgegeben oder verkauft werden kann.
Vergleichen Sie für typische Bestellungen die Lieferpauschale des Händlers mit den Kosten einer eigenen Fahrt. Oft zeigt sich, dass eine gebündelte Direktlieferung günstiger ist als drei Fahrten zum Bauhof. Mit Rahmenverträgen lassen sich Lieferkonditionen zusätzlich verbessern, wie wir im Beitrag Rahmenverträge im Bau: Wie zentrale Beschaffung Margen rettet zeigen.
Die Entscheidung zwischen Lager und Direktlieferung wird leichter, wenn alle Bestellungen über einen gemeinsamen Katalog laufen. Dann sehen Sie, welche Artikel wie oft gebraucht werden, und können die Regel mit echten Daten nachschärfen. In CATHAGO bestellen Baustelle und Bauhof aus demselben Katalog, jede Bestellung ist einer Kostenstelle zugeordnet. Unsere Kunden bestellen so 50 % schneller als vorher.
Wie Sie die Anlieferung auf der Baustelle selbst planen, lesen Sie im Beitrag Material-Lieferungen auf der Baustelle planen (inkl. Excel-Vorlage). Und warum Bestellungen am Einkauf vorbei so teuer werden, zeigt Maverick Buying auf der Baustelle stoppen.
Unser Vorschlag für den Anfang: Gehen Sie diese Woche einmal durch Ihren Bauhof und notieren Sie die zehn Artikel, die am längsten nicht bewegt wurden, und die zehn, die am häufigsten fehlen. Wenn Sie sehen möchten, wie ein gemeinsamer Katalog für Bauhof und Baustelle aussieht, zeigen wir es Ihnen gern in einer kurzen Demo.
Der Polier braucht zwei Kartons Dübel und fährt dafür 35 Minuten zum Bauhof und zurück. Am selben Tag liegen dort 400 Meter Kabelkanal, die seit dem letzten Projekt niemand angefasst hat. Beides kostet Geld, und beides taucht in keiner Kalkulation auf.
In vielen Bauunternehmen ist der Bauhof über Jahrzehnte gewachsen. Was dort liegt, folgt selten einer klaren Regel, sondern der Gewohnheit: Das hatten wir immer da. Gleichzeitig wird anderes Material direkt auf die Baustelle bestellt, obwohl es ständig gebraucht wird und im Lager günstiger wäre.
In diesem Beitrag geben wir Ihnen eine Entscheidungshilfe an die Hand: Welche Artikel gehören ins Lager, welche gehen direkt auf die Baustelle, und welche Kosten sollten Sie gegeneinander abwägen?
Die Kosten eines Lagers sind leicht zu unterschätzen, weil sie verteilt anfallen. Miete oder Abschreibung für Fläche und Halle, Personal für Ausgabe und Ordnung, Versicherung, Schwund und Verfall sind die offensichtlichen Posten. Dazu kommt das Kapital, das im Bestand gebunden ist und an anderer Stelle fehlt.
Weniger sichtbar sind die Fahrten. Jede Fahrt vom Baustellenteam zum Bauhof kostet Arbeitszeit und Fahrzeugkosten. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Zwei Mitarbeiter fahren dreimal pro Woche jeweils 35 Minuten zum Bauhof und zurück. Das sind rund dreieinhalb Stunden Arbeitszeit pro Woche und Baustelle, in denen nicht gebaut wird. Über eine Bauzeit von mehreren Monaten summiert sich das deutlich.
Auf der anderen Seite hat auch die Direktlieferung ihren Preis. Lieferpauschalen, Mindermengenzuschläge und Frachtkosten fallen bei kleinen Bestellungen stark ins Gewicht. Wie Sie diese Positionen auf der Rechnung prüfen, lesen Sie im Beitrag Frachtkosten und Zuschläge bei Baustofflieferungen prüfen.
Wenn wir mit Einkaufsleitern über ihren Bauhof sprechen, hören wir immer wieder dieselben Punkte:
Ein Bauhof ohne Regel ist kein Lager, sondern ein Zwischenspeicher für Material, das niemand mehr zuordnen kann.
Die einfachste Regel für die Frage „Lager oder Direktlieferung" ergibt sich aus zwei Merkmalen: Wie oft wird ein Artikel gebraucht, und wie viel ist er wert?
Diese Regel ist ein Startpunkt, kein Dogma. Entscheidend ist, dass sie im Betrieb bekannt ist und gelebt wird. Dann bestellt der Bauleiter nicht mehr nach Bauchgefühl, sondern weiß, was er aus dem Lager holt und was er direkt bestellt.
Ob sich die Lagerung eines bestimmten Artikels lohnt, lässt sich mit einem einfachen Vergleich prüfen. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Ein Bauunternehmen verbraucht pro Monat eine größere Menge eines Standarddübels, verteilt auf mehrere Baustellen.
Variante A, Direktlieferung: Jede Baustelle bestellt bei Bedarf selbst. Es entstehen viele kleine Bestellungen, für jede fällt eine Lieferpauschale oder ein Mindermengenzuschlag an. Dazu kommt der Aufwand für Bestellung, Lieferschein und Rechnung, jeweils pro Vorgang.
Variante B, Lager: Der Einkauf bestellt einmal im Monat eine größere Menge zu besseren Konditionen. Die Baustellen holen den Artikel aus dem Bauhof oder bekommen ihn mit der nächsten Tour. Dafür bindet der Bestand Kapital und Platz, und die Ausgabe muss gebucht werden.
Rechnen Sie beide Varianten mit Ihren eigenen Zahlen durch: Lieferpauschalen und Zuschläge laut Rechnung, Fahrtzeiten laut Bauleitung, Lagerkosten laut Buchhaltung. Das Ergebnis ist oft eindeutiger, als man denkt, und es fällt je nach Artikel unterschiedlich aus.
Ziehen Sie die Bestellungen der letzten zwölf Monate und sortieren Sie die Artikel nach Häufigkeit und Wert. Die Artikel, die oft und in kleinen Mengen bestellt werden, sind Kandidaten fürs Lager. Die übrigen gehen direkt.
Legen Sie für die Lagerartikel Mindestbestände fest. Wird der Mindestbestand erreicht, wird nachbestellt, und zwar gebündelt und nicht einzeln. Das senkt die Lieferkosten und sorgt dafür, dass die Standardartikel da sind, wenn sie gebraucht werden.
Material, das von der Baustelle zurückkommt, wird erfasst und der Baustelle gutgeschrieben. So stimmen die Kosten pro Projekt, und der Bestand im Bauhof ist bekannt.
Was länger als ein Jahr nicht bewegt wurde, gehört auf eine Liste. Prüfen Sie, ob der Artikel auf einer laufenden Baustelle eingesetzt, an den Lieferanten zurückgegeben oder verkauft werden kann.
Vergleichen Sie für typische Bestellungen die Lieferpauschale des Händlers mit den Kosten einer eigenen Fahrt. Oft zeigt sich, dass eine gebündelte Direktlieferung günstiger ist als drei Fahrten zum Bauhof. Mit Rahmenverträgen lassen sich Lieferkonditionen zusätzlich verbessern, wie wir im Beitrag Rahmenverträge im Bau: Wie zentrale Beschaffung Margen rettet zeigen.
Die Entscheidung zwischen Lager und Direktlieferung wird leichter, wenn alle Bestellungen über einen gemeinsamen Katalog laufen. Dann sehen Sie, welche Artikel wie oft gebraucht werden, und können die Regel mit echten Daten nachschärfen. In CATHAGO bestellen Baustelle und Bauhof aus demselben Katalog, jede Bestellung ist einer Kostenstelle zugeordnet. Unsere Kunden bestellen so 50 % schneller als vorher.
Wie Sie die Anlieferung auf der Baustelle selbst planen, lesen Sie im Beitrag Material-Lieferungen auf der Baustelle planen (inkl. Excel-Vorlage). Und warum Bestellungen am Einkauf vorbei so teuer werden, zeigt Maverick Buying auf der Baustelle stoppen.
Unser Vorschlag für den Anfang: Gehen Sie diese Woche einmal durch Ihren Bauhof und notieren Sie die zehn Artikel, die am längsten nicht bewegt wurden, und die zehn, die am häufigsten fehlen. Wenn Sie sehen möchten, wie ein gemeinsamer Katalog für Bauhof und Baustelle aussieht, zeigen wir es Ihnen gern in einer kurzen Demo.